Verdienter Lohn für große Beharrlichkeit
Edith Michal erhält in der Bürgerversammlung die Bürgermedaille
Die 39. Bürgermedaillenträgerin der Gemeinde Unterföhring heißt Edith Michal. Bei der Bürgerversammlung am 8. Dezember wurde die langjährige Vorsitzende des Fördervereins Soziale Dienste (FSD) im Bürgerhaus von Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer für ihre großen und vielfältigen Verdienste um die Gemeinde ausgezeichnet. „Liebe Edith, Du bist keine, die etwas fordert und dann erwartet, dass andere es machen. Du packst selber an“, charakterisierte der Bürgermeister die Geehrte. Sie sei „eine Frau, die Biss hat und Durchsetzungsvermögen, die hartnäckig ist und zielgerichtet“. Diesen Eigenschaften habe es Unterföhring wesentlich zu verdanken, dass es hier seit 2009 das Seniorenzentrum und schon seit 2000 einen florierenden Wochenmarkt gibt.
Mit ihrem Mann Jürgen, den es beruflich nach Unterföhring gezogen hatte, war Edith Michal in den 1990ern aus Landshut in den Ort gekommen und hatte sich dort sofort bei der AWO eingebracht. Zwei Jahre lang war sie deren Ortsvereinsvorsitzende. Als vor der Jahrtausendwende der Wunsch nach einem Wochenmarkt mit frischem Angebot in Unterföhring laut wurde, nahm Edith Michal dessen Gründung selbst in die Hand. Sie führte Umfragen nach dem gewünschten Sortiment durch und fuhr in ganz Bayern herum, um Händler für den Markt zu gewinnen. Zum ersten Mal fand der Markt dann am 27. Mai 2000 statt, damals noch auf dem Rathausparkplatz. Heute ist er ein fester Bestandteil des Gemeindelebens, und im Mai 2025 konnte die Gemeinde vor dem Bürgerhaus seinen 25. Geburtstag feiern.
1 und 2) Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer und Bürgermedaillenträgerin Edith Michal. 3) Standing Ovations für Edith Michal im großen Saal des Bürgerhauses. Fotos: Gemeinde Ufg/foe
Ab 2001 war Edith Michal in der PWU politisch aktiv, für die sie ab 2002 acht Jahre lang dem Gemeinderat angehörte. Im Wahlkampf hatte sie damals versprochen, sich stark für den Bau eines Pflegeheims in Unterföhring einzusetzen. Zu dessen Umsetzung rief sie unter anderem am 1. Oktober 2003 gemeinsam mit 26 Menschen über Partei- und Vereinegrenzen hinweg einen Förderverein ins Leben, den FSD. Über 20 Jahre später ist der Verein, dem sie seit Beginn vorsitzt, laut Bürgermeister Kemmelmeyer „einer der wichtigen sozialen Pfeiler des Unterföhringer Gemeinwesens geworden“. Er ist seinem Ursprungszweck entwachsen, hat 21 Arbeitskreise und 692 Mitglieder mit dem gemeinsamen Ziel, aktiv an einer besseren Gesellschaft mitzuwirken. Das geschieht heute unter anderem durch Angebote wie den Besuchsdienst und das gemeinsame Singen im Seniorenzentrum, den Alleinerziehenden-Treff, die gemeinsamen Mittagessen, Gymnastikstunden, Wassergewöhnung für Kinder oder Spielenachmittage.
Ihr Wahlversprechen hat Edith Michal damals halten können. Der Gemeinderat, dem sie angehörte, beschloss, plante und baute das Seniorenzentrum mit Pflegeheim inklusive des Seniorencafés, das ihr so wichtig war. 2009 öffnete es seine Türen. Im November 2023 folgte der Anbau eines Saals, in dem die Bewohnerinnen und Bewohner, die Angehörigen und Pflegekräfte zusammenkommen können. Auch dafür hatte sich Edith Michals FSD gemeinsam mit dem Seniorenbeirat erfolgreich eingesetzt.
Und ihr Tatendrang ist bis heute ungebrochen. Sie komme am Monatsende nicht „unter 200 ehrenamtlichen Stunden raus – eher sind es gegen 300. Das ist mehr als eine Vollzeitstelle“, verdeutlichte Andreas Kemmelmeyer. „Liebe Edith, Du hast Dir die Bürgermedaille absolut verdient, um nicht zu sagen, hart erarbeitet. Wir danken Dir dafür, dass Du unseren Ort so bereichert hast. Und wir hoffen, dass Du uns mit Deinem Ideenreichtum und deiner Nächstenliebe noch lange erhalten bleibst.“
Gerührt bedankte sich Edith Michal für „die Ehrung, die ich nicht für mich allein in Anspruch nehmen möchte. Daran haben viele Menschen einen großen Anteil, die sehr stark dazu beigetragen haben.“ Namentlich nannte sie ihren Mann Jürgen sowie das gesamte Vorstandsteam des FSD. Sie dankte auch den 166 aktiven Helferinnen und Helfern, die das aktuelle Angebot des Vereins auf die Beine stellen, „und allen, die damals um das Seniorenzentrum mitgekämpft haben“. Der FSD freue sich weiterhin über jede Unterstützung, schloss sie: „Unser 700. Mitglied würden wir dieses Jahr schon gerne noch begrüßen.“
Den Beitrag zur Bürgerversammlung finden Sie hier.