Eine Bilanz und zwei sehr gute Nachrichten

Gut 130 Besucher waren am vergangenen Montag gekommen, um in der aus dem Oktober verschobenen Veranstaltung dem Bericht des Bürgermeisters Andreas Kemmelmeyer zu folgen. Der erzählte nicht nur vom Stand der Unterföhringer Projekte und Vorhaben, sondern hatte auch zwei für Unterföhring höchst erfreuliche Neuigkeiten bekannt zu geben.

Viele der gemeindlichen Bauprojekte – traditionell am Beginn des Berichts – konnten in den zurückliegenden 14 Monaten seit der letzten Bürgerversammlung abgeschlossen oder deutlich voran getrieben werden, erzählte der Bürgermeister, die Aufgabenliste hier werde langsam kürzer. So sei das neue Feuerwehrgerätehaus (Kosten: 35 Millionen Euro brutto) in Betrieb gegangen, auf dem Grundstück des alten ist ein Erweiterungsbau des Unterföhringer Seniorenzentrums in Planung. Die frisch sanierte Grundschule an der Bahnhofstraße (Kosten: 29,5 Millionen Euro) wurde von den Kindern wieder bezogen und damit auch die Schaffung von zwei Unterföhringer Grundschulen mit jeweils eigenen Rektorinnen abgeschlossen. Nach der beendeten Sanierung des denkmalgeschützten Zindlerhauses am S-Bahnhof (Kosten: eine Million Euro) konnten vier Kunstschaffende dort Ateliers beziehen und auch das Junge Wohnen an der Isarau (Kosten: 14,5 Millionen Euro) für junge Unterföhringer ist seit einem knappen Jahr vermietet.

Weit fortgeschritten ist der Bau des Hortes mit Mittagsbetreuung an der Schulstraße, im ersten Halbjahr 2026 sollen die Kinder voraussichtlich dort einziehen; gerechnet wird mit Kosten in Höhe von knapp 30 Millionen Euro brutto. Ebenso weit gediehen ist das so genannte Generationenwohnen an der Münchner Straße, auf dem Grundstück des ehemaligen Wehnerhofs, der Innenausbau ist in vollem Gange. Die Wohnungen waren bereits ausgeschrieben und werden im Januar vom Wohnungs- und Sozialausschuss vergeben, vermutlich ab Mai kann die Vermietung starten. Die Baukosten hier liegen bei rund 14,5 Millionen Euro brutto, allerdings wird noch ein Zuschuss der Regierung von Oberbayern erwartet. In das Erdgeschoss des mittleren Hauses wird – die erste gute Nachricht – ein Kinderarzt einziehen. Nach vielen Jahren nachhaken, kämpfen und diskutieren sei es endlich gelungen, meinte der Bürgermeister, die Praxis werde voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2026 eröffnen. Mehr Details gebe es beizeiten. „Dann können unsere vielen Unterföhringer Eltern endlich wieder hier im Ort und ohne großen Fahraufwand die Vorsorgeuntersuchungen machen und ihre kranken Kinder behandeln lassen.“ Die Zuhörenden freute es, es gab lauten Zwischenapplaus.

Das neue Feuerwehrgerätehaus. Foto: Gemeinde Ufg/foe
Einzug in die frisch sanierte Grundschule an der Bahnhofstraße
Sanierung des denkmalgeschützten Zindlerhauses. Foto: Gemeinde Ufg/foe
Das Junge Wohnen an der Isarau
Bau des Hortes mit Mittagsbetreuung an der Schulstraße
Generationenwohnen an der Münchner Straße, auf dem Grundstück des ehemaligen Wehnerhofs

Nach der Schilderung der Umstände, die zur Abkehr von einem Rathausneubau in der Ortsmitte (Kosten von 57 Millionen Euro zzgl. ca. 30% mögliche Kostensteigerungen) hin zu einem Sanierungsplan für das alte Rathaus an der Münchner Straße (35 Millionen Euro incl. 20% mögliche Kostensteigerungen) geführt hatten, kam Bürgermeister Kemmelmeyer auf die Finanzen der Gemeinde zu sprechen. Zum Teil deutlich eingebrochene Gewerbesteuereinnahmen und Rückforderungen aus sehr weit zurückliegenden Jahren hätten dazu geführt, dass man bei den Haushaltsplanungen immer vorsichtiger geworden sei. Die für 2025 im Haushalt angesetzten Einnahmen von 50 Millionen Euro hätten sich als zu optimistisch erwiesen, die Kämmerei rechne bis Ende 2025 mit dann verbuchten nur gut 41 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen. Durch diese Entwicklung und die regen Investitionen der vergangenen Jahre hätten sich die Rücklagen vom Anfang 2024 (220 Millionen Euro) bis Ende 2025 (101 Millionen Euro) nahezu halbiert. Also habe man für den Haushalt 2026 nur noch mit Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 40 Millionen Euro kalkulieren wollen, was bei Weiterführen der bisherigen Ausgaben und Angebote und bei gleichem Takt des Bauens relativ kurzfristig dazu geführt hätte, dass Unterföhring Schulden hätte aufnehmen müssen.

„Ich darf Ihnen sagen, dass wir in den vergangenen Wochen wirklich sehr tief in unsere vielen einzelnen Haushaltsposten eingedrungen sind“, sagte Kemmelmeyer. „Wir schauen, wo wir es bisher vielleicht etwas zu gut gemeint haben und was, angesichts der Entwicklung, noch zeitgemäß ist.“ Vergangene Woche, berichtete der Bürgermeister dann, habe die Gemeinde absolut unverhofft die Nachricht erhalten, dass eine Gewerbesteuernachzahlung für das Jahr 2025 zu erwarten sei: 160 Millionen Euro, die Anfang 2026 eingehen würden. Für die Folgejahre würden die Vorauszahlungen dann entsprechend angepasst. Ein „gigantischer Stein“ sei den Mitgliedern des Finanzausschusses in ihrer Sitzung angesichts dieser Nachrichten vom Herzen gefallen.

Allerdings, das machte der Bürgermeister ganz ausdrücklich klar, werde dieses Geld nun erst einmal den Rücklagen zugeführt, um dort für wichtige Aufgaben zur Verfügung zu stehen und die Schuldenfreiheit zu sichern. Der eingeschlagene und beschlossene Sparkurs mit seinen ganzen Maßnahmen sei vom Finanzausschuss, trotz der guten Nachricht, weitergeführt und beschlossen worden. „Die vergangenen Monate und die Zahlen, die wir hin und her geschoben haben, die haben uns wieder sehr deutlich vor Augen geführt, dass, wer sehr hoch fliegt, auch sehr tief fallen kann.“ Der Schuss vor den Bug bestärke die Verantwortlichen darin, die beschlossenen Einsparungen auch umzusetzen, um die Ausgaben wieder auf ein angemessenes Niveau herunterzubringen. „Wir werden nicht mehr allen Wünschen nachkommen, die zu erfüllen bei uns bisher Standard waren.“ Die Unterföhringer Finanzpolitik bleibe seriös und solide. Die Bürgerinnen, Bürger und Vereine rief Kemmelmeyer auf, diesen Weg in den aktuellen herausfordernden Zeiten verständnisvoll mitzugehen.

Den Unterföhringer Gewerbebetrieben dankte der Bürgermeister für ihre Arbeit, die der Gemeinde so zugutekomme. Für das Jahr 2026 habe man über die NordAllianz eine Wirtschaftsberaterfirma engagiert, um gemeinsam ein Konzept zu erarbeiten, wie man – auch Unterföhring – für Arbeitnehmende attraktiver machen könne, damit es den Betrieben leichter falle für sie zu werben.

Den zweiten Teil des Berichts zur Bürgerversammlung lesen Sie nächste Woche in der Ausgabe des Gemeindeblattes und unter der Rubrik News auf unserer Website.

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