Natur- und Artenschutz in Unterföhring

Unsere Natur hat eine große Vielfalt an Leben hervorgebracht...

Biene

Foto: R. Schmidt

... der Mensch zerstört die Lebensräume der Arten, sodass ihre Vielfalt schnell und stark zurückgeht. In so dicht besiedelten Räumen wie dem unseren ist es deshalb unsere Aufgabe, den Verlust von Lebensraum und das Sterben der Arten zu verhindern. Nicht zuletzt geht es darum, die Zukunft unserer Kinder und Enkel zu sichern.

Aus diesem Grund ist die Gemeinde Unterföhring seit November 2023 Mitglied im Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt e. V..


Unterföhringer Baumschutzverordnung

Die Baumschutzverordnung dient dem Schutz des Baum- und Strauchbestands in der Gemeinde Unterföhring, damit das Ortsbild grün und belebt sowie die Natur leistungsfähig bleiben und schädliche Umwelteinwirkungen gemindert werden. Nach ihr kann ein Baum nur unter bestimmten Voraussetzungen geschnitten oder gefällt werden.


Artenschutz-Sperrfrist bei der Baum- und Heckenpflege

Bäume und Hecken sind Lebensräume für viele geschützte Vögel, Säugetiere und Insekten, weshalb diese Bereiche durch die strengen Artenschutzbestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützt sind. Gemäß § 39 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Bundesnaturschutzgesetz ist es grundsätzlich verboten, Bäume außerhalb des Waldes, Hecken, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf Stock zu setzen.

Betroffen von dieser Regelung sind grundsätzlich alle Bäume, Sträucher, Hecken und Gehölze, unabhängig von deren Standort und Größe. Das Verbot gilt nicht für:

  • schonende und fachgerechte Form- und Pflegeschnitte, z.B. an Bäumen in Grünanlagen und Parks sowie parkähnlichen Beständen in Wohnanlagen zur Beseitigung des Zuwachses oder zur Gesunderhaltung von Bäumen,
  • die Fällung von Bäumen zur Gefahrenabwehr bzw. zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit
  • behördlich angeordnete Maßnahmen
  • die Beseitigung kleinerer Gehölzbestände im Zusammenhang mit der Ausführung eines zulässigen Bauvorhabens.

Das Unterföhringer Blühwiesenprogramm

Wiese

Lang blühende, vielfältige und wenig behandelte Wiesen sind Grundvoraussetzung für die Gesundheit und das Überleben der Insekten. Deshalb hat die Gemeinde auf einer Fläche von rund 16.000 Quadratmetern Blühwiesen angelegt, die nur zweimal im Jahr gemäht werden. Um die Wichtigkeit der Insekten zeigen zu können, hält die Gemeinde am ehemaligen Eisweiher, nahe dem Unteren Aschheimer Weg, ihre eigenen Bienenvölker. Betreut werden sie von ehrenamtlichen Gemeindeimkern. In Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendfarm werden Imkerkurse und Infobesuche veranstaltet.

Seit der Gartensaison 2022 steht auch für die Bürgerinnen und Bürger Saatgut zum Abholen und Ansäen bereit. Wer als Eigentümer eines Wohn- oder sonstigen Grundstücks dortselbst eine Blühwiese anlegen, oder seinen Balkon bepflanzen möchte, wird dabei von der Gemeinde mit ausgewähltem bienen- und insektenfreundlichem Saatgut unterstützt.

Die Saatgut-Tütchen können an der Bürgerinfo im Rathaus abgeholt werden. Rufen Sie uns gerne an oder schreiben Sie uns, wenn Sie für die Ansaat eine Beratung brauchen.


Melden von Insektennestern

Wespennest @ pixabay manfred richter gemeinfrei

Sie haben ein Insektennest in Ihrem direkten Wohnumfeld entdeckt? Dann berät Sie die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt München kostenlos zum Umgang mit Wespen, Hornissen, Hummeln oder Bienen. Vor einer möglichen Umsiedelung oder Beseitigung muss zunächst geklärt werden, ob es sich um eine geschützte Art handelt.

Unter folgendem Link finden Sie die Kontaktdaten der zuständigen Ansprechpartner, den Fragebogen zur Meldung eines Nests sowie ein Infoblatt mit wertvollen Hinweisen zum richtigen Umgang mit den Insekten.

Foto: pixabay manfred richter gemeinfrei


Melden von nicht heimischen invasiven Pflanzen

Ein Teil der nicht heimischen Pflanzen, sogenannten invasiven Neophyten, rauben heimischen Pflanzen und Tieren den Lebensraum und sind zum Teil eine Gefahr für Menschen.

Wenn Sie invasive Neophyten im Gemeindegebiet entdecken, melden Sie die Pflanzenart und den genauen Standort mithilfe unseres Formulars gerne einfach per E-Mail an umwelt@unterfoehring.de. So tragen Sie zur Bekämpfung dieser Pflanzen bei. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine einzelne Pflanze oder eine ganze Pflanzengruppe handelt.

Standorte der jeweiligen Pflanzen müssen über Jahre überwacht werden, da die Samen lange keimfähig bleiben.

Detailierte Informationen über Aussehen, Gefahren und Bekämpfung der jeweiligen Pflanzen finden Sie unter anderem beim Landkreis München zur Neophyten-Bekämpfung und auf der Seite des Naturschutzbundes Deutschland.

Beispiele für invasive Neophyten

  • Gefahr für Menschen, insbesondere für Kinder: Verursacht bei Berührung und Sonnenlicht Verbrennungen bis zweiten Grades.
  • Bekämpfung: Entfernung vor der Samenbildung. Wurzeln 15 cm unterhalb der Oberfläche abstechen. Achtung, Schutzbekleidung erforderlich!
Foto: pixabay

 

  • starke Rhizom-Bildung (Wurzelstöcke)
  • verursacht Bodenerosion an Bachläufen und Hängen
  • Gefahr für den Menschen: nicht bekannt
  • Bekämpfung: Staude monatlich mähen, um die Pflanze „auszuhungern“ oder ausgraben. Material muss sorgfältig entsorgt werden (Verbrennen oder Kompostieren > 70° C).
Foto: Pixabay
  • hohe Samenproduktion (bis 4.000 Samen pro Pflanze)
  • verursacht Bodenerosion an Bachläufen und Hängen
  • Gefahr für den Menschen: nicht bekannt
  • Bekämpfung: Pflanzen vor der Samenbildung tief abmähen oder ausreißen und als Mulche liegen lassen.
Foto: Pixabay

Problematik

  • eine Pflanze bildet bis zu 50.000 Samen
  • verdrängt heimische Pflanzen (Magerrasen)
  • treiben nach Mahd wieder aus
  • Pfahlwurzel bis zu einen Meter tief
  • nicht giftig, aber von Vieh gemieden

Bekämpfung:

  • Frühzeitig mitsamt den Wurzeln aushacken, alle drei Wochen am besten bei feuchter Witterung (April bis Oktober)
  • entfernte Pflanzen sofort wegräumen
  • verunreinigten Boden auf behördlich genehmigter Deponie entsorgen
  • in Folgejahren mehrmals kontrollieren
  • bei großen Beständen alle vier bis fünf Wochen über mehrere Jahre mähen und jäten, Maschinen gründlich danach reinigen (wie am besten bei jeder Bekämpfung von invasiven Pflanzen)
Foto: Pixabay
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