Ein gelungener Auftakt

Andrea Meindl, Alexander Berger, Vivian Girão-Kurig, Christine Bock, Margit Burger, Katrin Hellmundt und Hermine Bachmann (v.l.) bilden den Behinderten- und Inklusionsbeirat. Dieser hat seine Vorhaben öffentlich vorgestellt. Foto: Gemeinde Ufg/lkl
Auf lebhaftes Interesse ist am Abend des 26. Januar die erste öffentliche Sitzung des Behinderten- und Inklusionsbeirats gestoßen. Das siebenköpfige Gremium war im Vorjahr ins Leben gerufen worden, um in Unterföhring die Interessen und Belange von Menschen mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen zu vertreten, deren Teilhabe erschwert ist. „Dass Sie heute gekommen sind“, sagte die Beiratsvorsitzende Vivian Girão-Kurig zu den Anwesenden, „ist für uns ein wichtiges Signal. Denn Inklusion gelingt nur gemeinsam.“ In einer sehr persönlichen Vorstellungsrunde beschrieb jedes Beiratsmitglied seinen Werdegang und seine Motivation, sich in dem Gremium zu engagieren, das laut Satzung vier zentrale Aufgaben hat. Es soll den Erfahrungsaustausch von Menschen mit Behinderung fördern, die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung stärken, Vorschläge zur Verbesserung der Lebensverhältnisse einbringen. Und es soll die Gemeinde bei der behindertengerechten Gestaltung und Ausstattung der gemeindlichen Infrastruktur und Angebote beraten. „Wichtig ist uns dabei, dass wir überparteilich, überkonfessionell und unabhängig arbeiten“, betonte Vivian Girão-Kurig. In seinem Gründungsjahr 2025 hatte der Behinderten- und Inklusionsbeirat unter anderem seine Geschäftsordnung erarbeitet, einen Haushaltsplan für 2026 erstellt sowie Kommunikationswege und Kontaktmöglichkeiten aufgebaut.
Außerdem haben Mitglieder des breit aufgestellten Gremiums ihre Expertise bereits bei mehreren Terminen wie zum Beispiel der jährlichen Ortsbegehung eingebracht, bei der in Unterföhring mögliche neuralgische Punkte im Straßenverkehr unter die Lupe genommen werden. Weil sich viele ihrer Themen überschneiden, war dem Behinderten- und Inklusionsbeirat auch die Kontaktaufnahme mit Jugend- und Seniorenbeirat wichtig. In Person von Wolfgang Schwaiger hatte Letzterer das neue Gremium bei einigen ersten Schritten besonders unterstützt. „Wir haben Strukturen aufgebaut. Wir haben erste Netzwerke geknüpft. Und wir haben begonnen, sichtbar zu werden“, fasste Vivian Girão-Kurig zusammen. 2026 liegt auf dem Letztgenannten ein noch größerer Schwerpunkt. Über die öffentlichen Sitzungen hinaus ist der Beirat im Begriff, passende Austauschformate und Unterstützungsmaßnahmen für betroffene Menschen in Unterföhring zu entwickeln sowie einen eigenständigen barrierefreien Online-Auftritt auf die Beine zu stellen. Außerdem möchte er seine Fachkenntnis beratend in die Ausschüsse des Gemeinderats einbringen, damit die Perspektive der Menschen mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen in alle Planungen miteinfließt.
Inklusionspreis 2026

Bei der Beiratssitzung waren bereits die Informationsflyer zum Inklusionspreis ausgelegt, den die Gemeinde Unterföhring im Jahr 2026 zum zweiten Mal verleihen wird, und zwar in den vier Kategorien „Arbeit“, „Bildung“, „Freizeit und Kultur“ und „Wohnen“. Der Preis soll einen Anreiz dafür schaffen, dass Inklusionsprojekte in Unterföhring stetig ausgebaut werden und gleichberechtigte Teilhabe gelebt wird. Teilnehmen können sämtliche in Unterföhring ansässigen, tätigen, freien und öffentlichen Organisationen und Einrichtungen, Vereine, Hilfsorganisationen, Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie ähnliche Institutionen, außerdem kleine bis mittelständische Unterföhringer Firmen und Einzelpersonen.
Über die Preisvergabe entscheidet schließlich eine Jury. Das Preisgeld beträgt für jede Kategorie insgesamt 4.000 Euro, je Kategorie gibt es drei Platzierungen. Bewerbungen für den Inklusionspreis 2026 sind ab Sonntag, 1. März bis einschließlich 31. Mai möglich. Dann wird das Bewerbungsformular hier online gestellt. Die Richtlinien für die Teilnahme sind dort bereits jetzt nachzulesen.