Das Unterföhringer Radverkehrskonzept ist fertig
Unterföhring hat nun ein Konzept, mit dem in den nächsten Jahren und Jahrzehnten der Radverkehr in der Gemeinde nachhaltig und zukunftsfähig entwickelt und ausgebaut werden soll. In seiner Novembersitzung hat der Gemeinderat dieses Radverkehrskonzept einstimmig angenommen. Hintergrund ist das Ziel der Gemeinde, von der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK) als fahrradfreundliche Kommune zertifiziert zu werden.
Im Juni 2024 war nach einem Vergabeverfahren das Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen, Aachen und München, von der Gemeinde mit der Erstellung eines Radverkehrskonzeptes beauftragt worden. Die Fachleute haben den Ist-Zustand der vier Säulen des Radverkehrs „Infrastruktur, Service, Information und Kommunikation“ untersucht sowie eine Unfallanalyse mit Radfahrerbeteiligung durchgeführt.
Besondere Unfallschwerpunkte oder eine auffällige Menge von Fahrradunfällen gibt es in Unterföhring nicht. Zudem wurde auch der Anteil an Radfahrern am Modal-Split ermittelt, der prozentualen Verteilung der Wege, die Personen mit verschiedenen Verkehrsmitteln zurücklegen. Dazu wurden Verkehrserhebungen an sechs Standorten im Gemeindegebiet durchgeführt sowie statistische Zahlen aus anderen Studien herangezogen. Hieraus ergab sich ein Radverkehrsanteil von 14 Prozent. Diesen gilt es nun mit der Umsetzung fahrradfördernder Maßnahmen weiter zu steigern.
Die Fachleute spannten dann ein idealtypisches Netz aus Quell-und Zielpunkten für den Radverkehr über die Gemeinde und entwickelten daraus ein an die tatsächlichen Gegebenheiten angepasstes Radverkehrsnetz mit Hauptrouten und einem Basisnetz. Dieses Netz wurde bei einer Informationsveranstaltung im November 2024 interessierten Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt, die ihrerseits Vorschläge und Anmerkungen machen konnten. Das so weiterentwickelte Radverkehrsnetz wurde dann bei einer Befahrung vor Ort auf die notwendigen Maßnahmen untersucht – auch was die vorhandenen Radabstellanlagen angeht.
So entstand ein Katalog aus Maßnahmen, groben Kostenschätzungen und einem Zeithorizont für die Umsetzung: Die Sofortmaßnahmen belaufen sich laut Schätzungen auf rund 82.000 Euro. Kurzfristige Maßnahmen, die zwischen 2026 und 2028 erledigt werden sollten, sind unter anderem ein Ausbau der Radvorrangrouten im Radwegenetz und eine Sicherung der innerörtlichen Achsen, darunter eine Markierung von Schutzstreifen oder Piktogrammketten sowie die Einrichtung von Fahrradstraßen – Kostenpunkt zusammen rund 425.000 Euro. Im Bereich der mittel- und langfristigen Maßnahmen (2028 bis 2040) sind Ausbaumaßnahmen von gemeinsamen Geh- und Radwegen sowie Sanierungen vorgesehen, die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 715.000 Euro. Damit betragen die Gesamtkosten für den Ausbau des Radwegenetzes in Unterföhring laut Schätzung des Stadt- und Verkehrsplanungsbüros Kaulen rund 1,2 Millionen Euro. Ob die einzelnen Maßnahmen des Radverkehrskonzepts dann jeweils konkret geplant und in die Tat umgesetzt werden, entscheidet der Gemeinderat im Einzelfall.
Mit der Verabschiedung des Konzepts ist die Gemeinde nun ihrem im Jahr 2021 beschlossenen Ziel, als fahrradfreundliche Kommune zertifiziert zu werden, einen großen Schritt nähergekommen. Dieses Konzept sowie die ja durchaus schon vorhandenen Maßnahmen wie die Radlreparaturstationen, das Mietlastenrad am Bürgerhaus und das Mietradangebot, das es nach dem Wegfall des MVG-Rads wieder geben wird, sind wichtige Bausteine, die sich die Vertreter der AGFK bei ihrer so genannten Hauptbereisung im Jahr 2026 ansehen werden.
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Der Trassenverlauf von Radlhauptrouten (dunkelblau), Basisnetz (hellblau) und Isarradweg (grün) im Radverkehrskonzept Unterföhring (Ausschnitt). Plan: SVK Aachen
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