Segen für die Mehrgenerationen-Wohnanlage mit Kinderarztpraxis

Die Pfarrer segneten im Beisein von Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer die Neubauten an der Münchner Straße 85
Praxisteam bestehend aus zwei Frauen und einem Mann
Mehrgenerationen-Wohnanlage
Bild 1: Die Pfarrer Dr. Markus Brunner (M.) und Carsten Klingenberg (2.v.l.) segneten im Beisein von Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (2.v.r.) die Neubauten an der Münchner Straße 85. Bild 2: Die beiden Pfarrer (l. und 2.v.r.) und Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (2.v.l.) zusammen mit Karl Scheinhardt (M.), dem Geschäftsführer der Baugesellschaft München-Land, und dem Architekten Kurt Mattei vom Architekturbüro Goergens Miklautz Partner (r.) während der symbolischen Schlüsselübergabe. Bild 3: Das Praxisteam der neuen Kinderarztpraxis setzt sich zusammen aus (v.l.) Christina Zeller, Gabi Eder und Gunther Döring. Bild 4: Wohnungen der Wohnanlage. Foto: Gemeinde Ufg/mic

Nach sechs Jahren Planungsarbeit und nur zwei Jahren Bauzeit hat die Gemeinde am 20. April die Segnung der neuen Mehrgenerationen-Wohnanlage auf dem ehemaligen Wehnerhof-Grundstück gefeiert. „Wir widmen heute historischen Grund in Unterföhring neu“, sagte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer und verwies darauf, dass das frühere Gehöft an der Münchner Straße 85 schon im Jahr 1305 erstmals schriftlich erwähnt worden war. Dessen Überreste nach dem Erwerb des Grundstücks zu sanieren, hatte sich als unrealistisch erwiesen. Das hatten auch die Gemeinderatsmitglieder bei einem Ortstermin im November 2018 feststellen müssen. „Wir sind um einen Abriss leider nicht herumgekommen“, meinte der Bürgermeister weiter, „und haben die Konsequenz daraus gezogen, mit einer neuen Wohnbebauung ein neues Kapitel auf diesem geschichtsträchtigen Grund zu schreiben.“

Dort sollte „eine schwellenfreie und behindertenfreundlichen Wohnanlage mit kleinen Wohneinheiten für Seniorinnen und Senioren sowie für junge Unterföhringerinnen und Unterföhringer“ entstehen, wie der Gemeinderat dann am 17. März 2019 auf Antrag der SPD-Fraktion mit kleineren Änderungen und großer Mehrheit beschloss. Die dafür letztlich freigegebenen 14,5 Millionen Euro des von der Regierung von Oberbayern mit rund 5,8 Millionen Euro geförderten Bauprojekts hält die Gemeinde heute für hervorragend angelegt. Zum einen, weil die Neubauten die schon beim „Jungen Wohnen“ in der Isarau, jüngst bei den Apartments im Wohnheim Apian II und künftig mit den gemeindeeigenen Wohnungen im Baugebiet „Neues Mitterfeld“ verfolgte Politik fortsetzen, bezahlbaren Wohnraum im Ort zu schaffen. Zum anderen, weil die Planer um Kurt Mattei vom Architekturbüro Goergens Miklautz Partner trotz eines höchst anspruchsvollen Baugeländes am Hang zur Isarau die Vorgabe umsetzten, die Wohnanlage dem Hofcharakter des früheren Wehnerhofs nachzuempfinden.

In Windeseile ist nach dem Baustart am 16. April 2024 eine dreiteilige Anlage entstanden mit sechs Ein- und Eineinhalb-Zimmer-Wohnungen in Haus 1, sechs Zwei-Zimmer-Wohnungen in Haus 2 und je drei Drei-Zimmer- und Vier-Zimmer-Wohnungen in Haus 3. Sie alle werden schon in den nächsten Tagen bezogen. Die neuen Mieter, die der Wohnungs- und Sozialausschuss im Januar aus der Vielzahl an Bewerbern ausgewählt hat, können dann auch den von der PV-Anlage auf dem Dach generierten günstigen Mieterstrom nutzen.

„Wenn ich mir die Liste der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner anschaue, dann passt sie sehr gut zu dem, was wir uns im Vorfeld unter einer Mehrgenerationen-Wohnanlage vorstellt haben“, sagte Andreas Kemmelmeyer. „Der jüngste Mieter ist 19 Jahre alt, der älteste 79.“ Ab Herbst werden sich außerdem noch deutlich jüngere Menschen regelmäßig auf dem Gelände aufhalten. Denn im Lauf des vergangenen Jahres hatte ein Kinderarzt angefragt, ob die Gemeinde ihm bei der Suche nach Praxisräumen behilflich sein könne. „Wer weiß, wie sehr sich die Unterföhringer Eltern in den vergangenen Jahren nach einem Kinderarzt hier bei uns im Ort gesehnt haben, der kann sich vorstellen, dass wir da nicht lange gezögert haben“, erklärte der Bürgermeister. Im September 2025 beschloss der Gemeinderat daher, die Kinderarztpraxis in der neuen Wohnanlage unterzubringen und dafür auf drei Wohnungen zu verzichten. Den Kinderarzt Dr. Gunther Döring und sein Team hieß Andreas Kemmelmeyer nun auf der Segnungsfeier besonders herzlich willkommen.

Die kurzfristige Integration der Praxis im bereits laufenden Baubetrieb stellte für die Planer eine enorme zusätzliche Herausforderung dar. Ihnen und der kompetenten Projektbetreuung des Bauamts unter Ramona Obermeier, insbesondere durch die Sachgebietsleiterin Hochbau Deborah Rohm, sprach der Bürgermeister für ihre enorme Flexibilität ein großes Kompliment aus. Vor der Segnung durch die Pfarrer Dr. Markus Brunner und Carsten Klingenberg zog er ein positives Fazit: „So schwierig es für uns anfangs war, uns von dem Verbliebenen des alten Wehnerhofs zu trennen, umso mehr dürfen wir uns nun darüber freuen, was hier für die Zukunft entstanden ist.“

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