Bericht aus der Gemeinderatssitzung am 16. April 2026

Der scheidende Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (r.) bedankte sich in der Sitzung am 16. April ausführlich bei den Gemeinderatsmitgliedern, die mit ihm gemeinsam das Gremium Ende des Monats nach teilweise langjähriger Mitarbeit verlassen.
Von links: Manuel Prieler (Zweiter Bürgermeister, im Gemeinderat seit 2002), Albert Kirnberger (seit 2014), Lorenz Ilmberger (seit 1984), Günter Peischl (seit 2008), Dr. Günther Ernstberger (seit 2008), Marianne Rader (seit 2014), Peter Scholler (seit 2023), Jutta Schödl (seit 2002), Veit Wiswesser (seit 2021), Heide Veit (seit 2020) und Gisela Fischer (seit 2014). Foto: Gemeinde Ufg/foe

In seiner letzten Sitzung in der alten Zusammensetzung hat der Gemeinderat am 16. April über den künftigen Pächter des Café Valentin entschieden. Die Nachbarschaftshilfe, die das Café seit Herbst 2017 zu einem beliebten Treffpunkt und für viele Seniorinnen und Senioren in Unterföhring zu einem zweiten Zuhause gemacht hat, hatte ihren Pachtvertrag im vergangenen Winter schweren Herzens zum Ende dieses Aprils gekündigt. Weil das Café Valentin ein wichtiger Bestandteil des hiesigen Seniorenkonzepts ist und auch bleiben soll, hatte der Gemeinderat in der Folge einstimmig beschlossen, einen Nachfolger für die Nachbarschaftshilfe zu suchen.

Die öffentliche Ausschreibung war Mitte Dezember erfolgt. Als neue Betreiber kamen gemeinnützige eingetragene Vereine infrage, Anfragen von Institutionen wie Stiftungen, die die Inklusion von Menschen mit Behinderung fördern, wurden ausdrücklich begrüßt. Zum Ende der Bewerbungsfrist hatten vier Bewerber ihre Konzepte bei der Gemeinde eingereicht, die sie dem Gemeinderat in einer nicht-öffentlichen Sitzung am 12. März ausführlich vorstellten. Nach intensiver Diskussion fällte das Gremium nun in der Aprilsitzung seine Entscheidung. Mit 14:10 Stimmen stimmte es dafür, der Kooperation des AWO Kreisverbands München-Land und des Vereins Zukunft trotz Handicap als Pächter und Betreiber des Café Valentin den Zuschlag zu geben. Der Verein zur Erhaltung des Café Valentin wurde einstimmig zum potenziellen Nachrücker bestimmt.

Eine größere Flexibilität der möglichen Bestattungszeiten auf dem Parkfriedhof war ein Anliegen, das aus dem Seniorenbeirat an den Gemeinderat herangetragen wurde. Aufgrund einer Zweckvereinbarung mit der Städtischen Friedhofsverwaltung aus dem Jahr 1970 sind Bestattungen in Unterföhring nur dienstags, mittwochs und donnerstags um 9 Uhr möglich. Um ihre Mitarbeiter koordinieren zu können, hat die Städtische Friedhofsverwaltung für jeden Friedhof feste Bestattungszeiten festgelegt. Die Abläufe, auch mit der katholischen Kirche, sind über die Jahre eingespielt.

Um auch andere Bestattungszeiten zu ermöglichen, wurden drei Alternativszenarien geprüft. Zum ersten der Fall, dass die Gemeinde alle Arbeiten bei den Bestattungen selbst übernimmt, was zu einem erheblichen Personalaufwand und zur Notwendigkeit der Anschaffung teurer Gerätschaften führen würde. Zum zweiten die Möglichkeit, dass die Familie des Verstorbenen einen freien Bestatter beauftragt, der sich dann um alle notwendigen Aufgaben kümmert. Und zum dritten die gemeindliche Ausschreibung eines Bestattervertrags, so dass ein Unternehmen sämtliche Bestattungen auf dem Parkfriedhof betreut. Auch bei den Alternativen zwei und drei ist von deutlich höheren Kosten auszugehen als beim derzeitigen Prozedere. Der Gemeinderat beschloss mit 14:10 Stimmen, an der bisherigen Praxis und damit den fixen Bestattungszeiten festzuhalten.

Im Juni 2025 hatte der Gemeinderat beschlossen, bei der neuen Tagespflege „Blüte der Zeit“ die Belegungsrechte für drei Tagespflegeplätze zu erwerben. Trotz Empfehlungen durch das Beratungszentrum der Gemeinde ist nach Rückmeldung des Betreibers bislang kein einziger Platz durch die Gemeinde vergeben worden. Da auch die Nachfrage bei der Tagespflege der Nachbarschaftshilfe Ismaning zurückgegangen ist, schloss sich der Gemeinderat einstimmig der Empfehlung der Verwaltung an, die Belegungsrechte bei beiden Einrichtungen auf jeweils einen Platz zu reduzieren.

Eine Weitergewährung des Zuschusses an die Musikschule Ismaning zur Fortführung der Bläserklasse an der Grundschule Unterföhring hatte der Gemeinderat im März 2025 abgelehnt. Die Finanzmittel für eine solche oder ähnliche musikalische Zusammenarbeit sind im Haushalt 2026 aber weiterhin vorhanden und können von den nun zwei Grundschulen abgerufen werden, wenn der Gemeinderat die betreffende Kooperationsvereinbarung genehmigt.

Die Rektorin Marion Schwarz hatte in diesem Zusammenhang mitgeteilt, dass Sie gerne das Projekt Singpause in der Grundschule an der Mitterfeldallee einrichten möchte, mit dem Schülerinnen und Schüler nachhaltig an Musik und Gesang herangeführt werden. Dazu möchte sie mit der Waldemar-Bonsels-Stiftung kooperieren. Weil Waldemar Bonsels, der Autor von u.a. „Biene Maja“, sich zu Zeiten des NS-Regimes mehrfach öffentlich antisemitisch geäußert hatte, hinterfragte der Gemeinderat die Haltung der beteiligten Personen und Gruppen. Die Verwaltung bat daraufhin den Elternbeirat der Grundschule, die Geschäftsstellenleiterin der Waldemar-Bonsels-Stiftung, das Staatliche Schulamt im Landkreis München sowie die Grundschulen Neukeferloh und Haar, die die Singpause bereits praktizieren, um Stellungnahmen. Diese zerstreuten eventuelle Bedenken, die Stiftung selbst steht für Toleranz und Demokratie und verurteilt die antisemitischen Aktionen ihres Namensgebers. Der Gemeinderat genehmigte daraufhin einstimmig die Kooperationsvereinbarung der Grundschule an der Mitterfeldallee mit der Stiftung, die jeweils zum Schuljahresende von der Gemeinde gekündigt werden kann.

Hauptamtsleiter Felix Kinzinger gab im Lauf der Sitzung Erfreuliches bekannt: Sämtliche Kinder, die für das kommende Kitajahr für einen Krippen- oder Kindergartenplatz angemeldet wurden, haben auch einen erhalten. Im Hort und in der Mittagsbetreuung wurden ebenfalls alle Anmeldungen berücksichtigt.

Nach der Fertigstellung des Neubaus für den Hort und die Mittagsbetreuung werden die Hortkinder von der Münchner Straße sowie die Kinder von vier Gruppen der Mittagsbetreuung an der Straßäckerallee 15 voraussichtlich in der Kalenderwoche 33 in die neuen Räume an der Schulstraße umziehen.

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