Bericht aus der Gemeinderatssitzung am 18. Juni 2026
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Einen Sportpark an der Mitterfeldallee wünschen sich viele in Unterföhring, die Vereine haben Zulauf und damit verbunden Platznot, Einrichtungen sind über den Ort verteilt. Auch die Schulen haben Bedarf an Sportflächen. Nicht zuletzt deshalb hatte der Gemeinderat schon im Jahr 2016 einen Architektenwettbewerb für einen Sportpark an der Mitterfeldallee angestoßen. Die Planungen nahmen Gestalt an, wurden umfangreicher und teurer, bis im Jahr 2020 der Gemeinderat wegen der Kosten und der Corona-Pandemie das Projekt nach Beendigung der Erdbauarbeiten für ein Jahr stoppte. Im Jahr 2021 hatten sich die Rahmenbedingungen nicht weiter verbessert, sodass der Gemeinderat beschloss, das Projekt endgültig einzustellen. An den grundsätzlichen Bedarfen von den Vereinen und Schulen in Unterföhring hat sich aber nicht viel geändert, immer wieder wurde das Thema angesprochen, sodass sich der Finanzausschuss im Jahr 2023 erneut mit dem Thema befasste und eine eindeutige Empfehlung an den Gemeinderat abgab, der dieser auch mit großer Mehrheit folgte: Die Planung des umfangreichen Projekts wurde auf die nächste Legislatur ins Jahr 2026 verschoben, erst wollte man die damals laufenden Bauvorhaben zu einem Ende bringen.
Gleich in der ersten Sitzung des Gemeinderats nach der Vereidigung im Mai war es nun soweit, es ging um das weitere Vorgehen in Sachen Neubau Sportpark Unterföhring. Mittel dafür sind aktuell im Haushalt nicht eingeplant. „Die Gewerbesteuernachzahlung im vergangenen Jahr soll uns auch nicht von unserem eingeschlagenen Konsolidierungskurs abhalten“, führte Bürgermeister Florian Klietsch in die Diskussion ein. Allein gut 120 Millionen Euro müsse Unterföhring im Jahr 2028 an Kreisumlage zahlen, da sei eine Konsolidierung der Finanzen ein sehr vernünftiger Kurs. Die Planungen von 2020 zu realisieren, würde heute rund 40 % mehr kosten, abgesehen davon entspreche sie auch nicht mehr den heutigen Bedarfen der Vereine, sodass man seitens der Verwaltung vorschlage, sich nochmals mit Schulen und Vereinen auszutauschen.
Nach ausführlicher Debatte, bei der es Konsens war, die Planung abgespeckt und deutlich kostengünstiger zu halten, beschloss das Gremium einstimmig einen Arbeitskreis zu bilden. Hier sind, neben dem Bürgermeister, die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat sowie die Gemeinderäte der FDP und von VOLT vertreten, außerdem die Verwaltung und die Vereine, die an der bisherigen Planung beteiligt waren, und Vertreter der Unterföhringer Schulen. Dieser Arbeitskreis soll ein neues finanziell machbares Grundlagenkonzept erarbeiten und dabei vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum begleitet werden. Auch was mit durch den Sportpark einmal frei werdenden Flächen und Objekten geschehen soll, soll der Arbeitskreis überlegen – explizit nennt der Beschluss hier die Flächen an der Berg- und Dammstraße.
Im Januar 2026 hatte die CSU-Fraktion einen Antrag gestellt, diverse Beschlüsse und Planungen bezüglich neuer Ortsmitte und altem Rathaus anzupassen. Wegen der anstehenden neuen Legislatur war der Antrag im alten Gemeinderat nicht mehr behandelt worden.
Zurückgezogen wurde der Antragsteil, den Bebauungsplan „Neue Ortsmitte“, in dem ein Rathausneubau ja nun nicht mehr stattnden wird, auf eine neue Nutzung anzupassen. Noch, so war man sich im Gremium einig, sei es zu früh, dort Nutzungen festzulegen. Für das Mehrgenerationenhaus, das eigentlich am Standort des derzeitigen Rathauses entstehen sollte, wird ein neuer Standort gesucht, einigte sich das Gremium, der Beschluss aus dem Jahr 2023, dieses Haus am Standort altes Rathaus zu bauen, wurde aufgehoben.
Ebenfalls auf Antrag des CSU-Fraktion beschlossen die Mitglieder des Gemeinderats, den Rückbau der Münchner Straße zwischen Isarweg und Mitterfeldallee prüfen zu lassen, also ihren Umbau auf nurmehr zwei Spuren. Der Bürgermeister hatte eine Verwaltungsergänzung und Erweiterung des Antrags vorgeschlagen, um bei der Planung auf aktuelle Entwicklungen eingehen zu können. Ausgangslage soll das Konzept eines Planungsbüros aus dem Jahr 2021 sein, ergänzt allerdings um das Radverkehrskonzept der Gemeinde. Angestrebt werden eine Trennung von Fußgängern und Fahrradfahrern, eine deutliche Abgrenzung zur Straße und eine Querungshilfe Nähe Brunnbachlweg zur Bushaltestelle.
Auf Anregung des Jugendbeirats hat sich der gemeindliche Bauhof nochmals den Basketballplatz auf dem Spielplatz an der Aschheimer Straße vorgenommen, diesen gründlich gereinigt und so gut es geht wieder hergerichtet. Die Verwaltung würde gerne, erklärte Bürgermeister Klietsch, über diese Grundlagenmaßnahme hinaus einen Multiaktionssportplatz entsprechend demjenigen an der Mitterfeldallee herstellen: „Damit können wir das tolle Angebot auch im Norden der Gemeinde anbieten.“ Dafür wolle man sich mit dem Jugendbeirat abstimmen. Und wenn das Konzept vorliegt, wird darüber der Gemeinderat entscheiden.
Auch ein Antrag des Jugendbeirats ist der Wunsch nach einem Nachtbusangebot nach Unterföhring, insbesondere einer Taktverdichtung der Nachtbuslinien an Wochenenden und vor Feiertagen. Ein solches verlässliches Angebot sei ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit, argumentiert der Jugendbeirat in seinem Antrag. Die Verwaltung wird die Möglichkeiten und Kosten eines solchen Angebots prüfen, inklusive auch das Angebot eines Ruftaxis. Auch auf große Begeisterung stieß der Antrag des Jugendbeirats auf Errichtung eines Kinderspielplatzes am Feringasee. Einen solchen gebe es noch nicht, er sei dringend nötig, war der Konsens im Gremium. Die Verwaltung wird die Möglichkeiten prüfen und sich mit dem zuständigen Erholungsächenverein abstimmen. Ein Konzept wird dann dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt.