An der Basispyramide „wird Geschichte greifbar“
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Bild 1: Vor 225 Jahren nahm die Vermessung Bayerns in Unterföhring ihren Anfang. Die Basispyramide zwischen Föhringer Ring und Heizkraftwerk. Bild 2: Staatsminister Albert Füracker (3.v.l.) und Bürgermeister Florian Klietsch (3.v.r.) enthüllten gemeinsam die neue Gedenktafel an der Basispyramide. Fotos: Bayerische Vermessungsverwaltung
Die Vermessung Bayerns hat in Unterföhring begonnen, und zwar im Jahr 1801. Damals wurde unter der Leitung des französischen Obersts Charles Marie Rigobert Bonne die Basislinie nach Aufkirchen geschaffen. Die 21.653,8 Meter lange Strecke wurde seinerzeit mit im Gelände aneinandergelegten, fünf Meter langen Messlatten aus Tannenholz ausgemessen. Sie gilt als die längste direkt gemessene Triangulationslinie, also zur Winkelmessung genutzte Basislinie Europas. An ihrem Ausgangs- und Endpunkt stehen seit 1802 in Unterföhring und Aufkirchen zwei etwa fünf Meter hohe Basispyramiden.
Zum 225-jährigen Jubiläum der Vermessung wurden am 27. Oktober nun an beiden Standorten feierlich neue Gedenktafeln enthüllt, die an die „Meisterleistung“ erinnern, wie der Staatsminister Albert Füracker die Pionierarbeit der Vermessungstechnik von damals einordnete. „Manche Punkte und Orte sind im Lauf der Zeit vielleicht etwas in Vergessenheit geraten“, sagte der bayerische Staatsminister der Finanzen und für Heimat am Fuße der Unterföhringer Basispyramide. „Aber dies hier ist ein wirklich historischer Ort. In Unterföhring wird Geschichte greifbar.“ Misst man die Strecke nach Aufkirchen mit heutigen modernen Mitteln nach, ergibt sich im Vergleich zum Ergebnis von 1801 nur eine Abweichung von nur 70 Zentimetern, also gerade einmal drei Zentimetern pro Kilometer.
Des historischen Werts der Basispyramide seien sich auch die Unterföhringerinnen und Unterföhringer grundsätzlich durchaus bewusst, erklärte Bürgermeister Florian Klietsch: „Es gibt kein anderes Bauwerk in unserer Gemeinde, das an Alter oder Bedeutung auch nur annähernd an sie heranreicht. Dennoch haben wir ein leicht zwiespältiges Verhältnis zu ihr, was aber in erster Linie mit ihrem Standort zu tun hat.“ Weil dieser weit entfernt vom Ortskern liege, noch hinter dem Heizkraftwerk und gleich am nun seit Jahren bearbeiteten Föhringer Ring, komme man dort als Ortsansässiger im Normalfall eher nicht vorbei. „Das Jubiläum der Vermessung und die neue Gedenktafel“, meinte der Bürgermeister, „werden unsere Basispyramide aber wieder verstärkt ins Bewusstsein rufen.“ Wenn die Sanierungsarbeiten am Föhringer Ring einmal beendet seien, solle sie ein wesentlicher Bestandteil des „Ortsgeschichtlichen Wegs“ durch Unterföhring werden.