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Ortsübersicht

Chronik der Gemeinde bis zum 20. Jahrhundert

Im Jahre 1980 beging die Gemeinde Unterföhring die 800-Jahr-Feier. Unterföhring wurde 1180 erstmals als selbständiger Ort in einer Urkunde des Hochstifts Freising erwähnt.

Erste Besiedelung

Foto Ausschnitt aus der ersten topografischen Karte Bayerns

in Wirklichkeit reicht die Besiedlung unseres Gebiets wesentlich weiter zurück. Ecke Bahnhof-/Münchner Straße wurde im Jahr 1937 eine Wohngrube gefunden, die man auf das Jahr 2500 v.Chr. datiert. In der Jungsteinzeit waren nomadisierende Jäger aus dem Donautal nach Süden vorgedrungen und haben neben der Isar reichlich Nahrung gefunden, so dass sie sich hier niederließen. Aber auch aus der Bronzezeit gab es Funde in Unterföhring.

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Der Name Unterföhring

Der Name unseres Ortes führt auf die Feringas zurück, also Leute des Fara oder Fero. Dies geht aus einer Urkunde aus dem Jahr 807 hervor, in dem ein Rechtsgeschäft beschrieben wird, das in einem Ort stattgefunden hat, der Föhring genannt wurde.

In dieser Ortsbezeichnung ist sowohl Unter- als auch Oberföhring beinhaltet. Erst in der genannten Urkunde aus dem Jahr 1180 wird Unterföhring als selbständiger Ort erwähnt. Dies war auch die Zeit, als Herzog Heinrich der Löwe die Salzstraße bei Feldkirchen sperrte, sie nach München umleitete und so den Salzzoll selbst kassierte. Mit der Entscheidung, das Zollrecht dem Ort Munichen zu übertragen, war die Gründung von München verbunden.

Die Freisinger Bischöfe waren im 13. Jahrhundert interessiert, ihr Besitztum auszudehnen, und kauften neben anderen kleinen Ortschaften Herzog Ludwig dem Strengen auch Unterföhring ab. In dieser Zeit veränderte sich der damals gegenüber Oberföhring wesentlich größere und bedeutungsvollere Ort nur unwesentlich. Erst im 17. Jahrhundert wurde, wie man heute sagen würde, die Infrastruktur ergänzt. So kam eine Schmiede hinzu, ein Hüterhaus und ein Badhaus mit einem Bader. Um 1740 gab es schon 52 Anwesen in Unterföhring.

Im Jahr 1785 gab es in Unterföhring 283 Einwohner, darunter 54 Ehepaare. Bis 1855 stieg die Einwohnerzahl auf 336 und dann langsam auf 523 im Jahr 1890. Zur Jahrhundertwende hatte die Gemeinde dann schon 684 Einwohner.

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Die Ziegeleien

Foto Aktienziegelei Unterföhring mit Basispyramide

Bekannt wurde Unterföhring durch seine Ziegeleien. Der Grund war der Lößlehmboden, der durch Ablagerungen von Gesteinsstaub aus der Nacheiszeit entstanden ist und sich als Zunge von Ramersdorf bis Ismaning in einer Länge von 15 km und 2,5 km Breite mit einer Dicke von ca. 2 m erstreckte. Der Lehm wurde damals von München heraus systematisch nach Norden hin abgebaut. Etwa um 1870 entstand die erste Ziegelei in Unterföhring. In der Folgezeit kamen immer neue Ziegeleien dazu. Vor dem Ersten Weltkrieg waren es fast zehn Ziegeleien! Die letzten Ziegel wurden im Jahr 1968 produziert, die letzte Ziegelei wurde im Jahr 1978 abgebrochen. Mit der Sprengung des Kamins verschwand eines der letzten Wahrzeichen von Unterföhring.

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Bayerische Landesvermessung

Foto Landvermessung

Weniger bekannt ist wohl, dass in Unterföhring sozusagen die Bayerische Landesvermessung begann. Nördlich der Abzweigung der Kreisstraße M 3 vom Föhringer Ring steht auf einem kleinen Hügel eine ca. 5 m hohe Steinpyramide.

Etwa im Jahr 1550 beauftragte Herzog Albrecht V. den Landesvermesser Phillip Apian, Bayern zu vermessen. Die 1568 erschienene Karte basierte auf einer Dreiecksvermessung und blieb das amtliche Kartenwerk bis ins 19. Jahrhundert.

Napoleon I. wollte aber eine genauere Karte und beauftragte im Jahr 1800 den bayerischen Kurfürsten Max IV. Joseph damit. Wegen der flachen Landschaft des Erdinger Mooses legte man eine sogenannte Basislinie von Unterföhring bis nach Aufkirchen. Sie bestand aus waagrechten Meßlatten, die auf kleinen Stützen über Stock und Stein gingen. Die Länge war genau 21 km 653 m und 21 cm. Nachmessungen mit modernen Geräten haben ergeben, dass die Ungenauigkeit damals nur rund 10 cm betrug!

Diese genaue Erfassung der Flurstücke wurde Grundlage für eine neue Besteuerung der Bauernanwesen. Bäuerliche Anwesen wurden zu Wirtschaftsgemeinschaften zusammengefasst. Diese waren eine politische Gemeinde, wenn sie eine Größe von 20 Familien hatten. Als Höchstzahl waren 200 Familien pro Gemeinde festgesetzt. Da die Urpfarrei Föhring zu groß war, entstanden drei Gemeinden: Oberföhring - Unterföhring - Daglfing. Zuständiges Bezirksamt war München.

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Verkehrsanbindungen

Durchgangsstraße war die Münchner Straße, die vor allem zur Erntezeit sehr stark mit Fuhrwerken frequentiert war. Auch auf der Isar wurden Güter (hauptsächlich Holz) und Personen auf Flößen von Tölz zur Donau transportiert. Nach dem Ausbau des Eisenbahnnetzes wurde die Floßfahrt eingestellt. Eine Brücke zwischen Freimann und Unterföhring erschien dadurch dringlich und konnte am Freitag, den 13. Oktober 1903 feierlich dem Verkehr übergeben werden.

Ein großes Ereignis war die Einweihung der Lokalbahn 1909, die zwischen Ismaning und Ostbahnhof verkehrte. Diese Strecke wurde 1971 für die S-Bahn ausgebaut und 1992 zum Flughafen München nach Norden erweitert.

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Das Isar-Kanal-Projekt

Um die Stromgewinnung aus Wasserkraft zu ermöglichen und gleichzeitig den vielen Erwerbslosen und entlassenen Kriegsgefangenen Arbeit zu geben, baute die jetzige Bayernwerk AG 1919 eine Seitenkanal zur Isar mit einem Stauwehr in Oberföhring und dem Kraftwerk in Finsing. Als Folge des Mittleren-Isar-Kanal-Projekts mit seinen Kraftwerken und der Kläranlage Großlappen entstand durch die Moorkultivierung eine Fischzucht im Speicherseegebiet und ein inzwischen bekanntes Vogelreservat.

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