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Umwelttipp 2

Igeln sinnvoll helfen!

Jetzt kurz vorm Winteranfang richten sich die Igel noch ihr warmes Winterquartier ein. Aber was ist zu tun, wenn man bei einsetzendem Frost noch einen kleinen Igel findet? Häufig werden untergewichtige Igel aufgenommen, die im Haus über den Winter gebracht werden sollen. Abgesehen davon, dass die Pflege von Igeln viel Erfahrung, Platz und Zeit erfordert, ist letztendlich der Erfolg solcher Aktionen sehr gering. Im Spätherbst gefundene Igel mit einem Körpergewicht deutlich unter 500 Gramm sind meist krank, von Parasiten befallen oder stammen aus einem späten Wurf im Herbst. In der freien Natur sind ihre Überlebenschancen nur gering. Aber auch wenn man versucht, diese Tiere im Haus über den Winter zu bringen, erleben höchstens 50 % den nächsten Frühling. Und von diesen, im Frühling ausgesetzten Tieren, sterben nach wissenschaftlichen Untersuchungen noch einmal 80 bis 90%, da sie sich in unbekanntem Gelände nicht zurechtfinden.

Besser ist es daher, die Igel in der Natur zu belassen. Zu ihrem Schutz kann man einige Vorkehrungen treffen:

  • Legen Sie in Ihrem Garten Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten an. Lassen Sie Laubhaufen liegen, wo sie nicht stören. Mit Reisig, Ästen und Laub können Sie eine „Igelburg“ bauen. Eine mit Laub oder Stroh gefüllte Obstkiste ist ebenfalls ein gutes Winterquartier für die Stacheltiere. Auch in Komposthaufen bauen Igel gerne ihre Winternester. Ein Kompostplatz im Garten ist deshalb gleichzeitig ein Beitrag zum Igelschutz.
  • Decken Sie Kellerschächte und Gruben ab, schaffen Sie Ausstieghilfen an glatten Teichufern und passen Sie beim Einsatz von Maschinen im Garten auf.
  • Gestalten Sie Ihren Garten möglichst naturnah. Verzichten Sie auf Pflanzenschutzmittel und auf „Schneckenkorn“. Nur wenn der Igel genügend gesunde Nahrung in Form von Insekten, Würmern und Schnecken findet, wird er sich in Ihrem Garten auf Dauer wohlfühlen.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Grundstück durch Schlupflöcher und Zaundurchlässe gut zugänglich ist, da Igel nachts auf ihrer Nahrungssuche bis zu zwei Kilometer zurücklegen.
  • Füttern Sie keine Milch! Igel nehmen Milch zwar gerne an, aber sie vertragen sie nicht und bekommen dann leicht Durchfall.
  • Denken Sie nachts beim Autofahren an die stachligen Kerle. Untersuchungen haben gezeigt, dass 80% aller überfahrenen Igel im Ortsrandbereich unter die Räder kommen. Fahren Sie deshalb hier besonders vorsichtig. Da sich die Igel bei Gefahr sofort an Ort und Stelle zusammenrollen, genügt bereits ein leichtes Lenkmanöver um ihnen auszuweichen.

Noch gehört der Igel nicht zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten unserer Heimat. Tragen Sie mit den empfohlenen Maßnahmen dazu bei, dass dies auch so bleibt.

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